Philosophische Lebensberatung
In Philosophischer Praxis werden Fragen, Denkweisen und Einsichten sinngebend erfahrbar gemacht
“Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander ...” Mit diesem Wort aus Friedrich Hölderlins Hymne “Friedensfeier” ist ein wesentlicher Ausgangspunkt unserer Philosophischen Praxis formuliert. Philosophische Praxis orientiert sich nach unserem Verständnis in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen am Gespräch, das wir nach Friedrich Hölderlin sind und das uns aufgegeben ist - ob im öffentlichen Raum, unter vier Augen oder im “inneren Dialog”. Über Letzteren heist es beim Romantiker Friedrich Schlegel: “Denn so wie das Reden nur als ein äußerlich und sichtbar gewordenes Denken betrachtet werden muss; so ist auch das Denken selbst nur ein innerliches Reden, und immerwährendes Selbstgespräch.” Und weiter teilt Friedrich Schlegel mit: “So tief und fest ist diese innre Zwiefachheit und Duplicität in unserem Bewusstsein eingewurzelt, dass wir selbst dann, wenn wir allein sind, oder allein zu seyn glauben, immer eigentlich noch zu Zweien denken … und unser innerstes tiefstes Seyn als ein wesentlich dramatisches anerkennen müssen“.
Philosophische Praxis in unserem Verständnis nimmt ihren wesentlichen Ausgang beim Sein des Menschen als “Gespräch-Sein”. Das Gespräch-Sein ist in dieser Perspektive “konstitutiv” für unser Menschsein und den nicht abschließbaren Prozess der Bildung des Menschen zum Menschen.
Wir begleiten Menschen auf der Suche nach dem guten und gelingenden Leben. Mögliche Ausgangspunkte können dabei sein:
Fragen nach Sinn und Glück
Fragen nach Orientierung und die Klärung von persönlichen und beruflichen Zielen
Entscheidungs- oder Dilemmata-Situationen
Krisen oder scheinbar unlösbare Konflikte
die Erfahrung von Krankheit und Tod
der Umgang mit Trauer und Trennung
Fragen zu Liebe und Partnerschaft
Fragen von Spiritualität
Fragen zu einer bewussten Lebensführung und der Einübung in Lebenskunst
wo Psychotherapie, konfessionelle Seelsorge oder andere Formen professioneller Unterstützung nicht hilfreich oder passend erscheinen
Honorar und Organisatorisches
Termine und Honorar nach Vereinbarung. Das erste Gespräch ist kostenlos.
Die Gespräche finden in unseren Praxisräumen, An den Drei Pfosten 8, 57072 Siegen oder in den Räumen des “Politiklabors” in der Wörthstrasse 14, 81667 München statt.
Auf Wunsch können die Gespräche auch gerne in der Natur oder an einem anderen Ort ihrer Wahl stattfinden. Selbstverständlich sind nach einem persönlichen Kennenlernen auch virtuelle Gespräche über skype, zoom oder andere Plattformen möglich.
Hinweisen möchten wir an dieser Stelle auch auf unser Seminarangebot zur Lebenskunst und Lebenskönnerschaft. Ebenso auf unsere “Privatissima”, die zu einer persönlichen “Standortbestimmung” einladen und die wir in Johannisberg (Rheingau), Tutzing (Starnberger See) und auf der Nordseeinsel Pellworm anbieten. Die näheren Konditionen hierzu teilen wir auf Nachfrage gerne mit.
Philosophische Beratung – Menschen begleiten
Philosophieren, so notiert der Dichter und Philosoph Friedrich von Hardenberg (Novalis), ist ein Prozess des “Dephlegmatisierens” und “Vivificierens”. In diesem Sinne wirkt Philosophische Praxis “belebend”, Orientierungsblockaden werden gelöst, eingefahrene Denk- und Verhaltensmuster werden fraglich, Denken und Leben finden eine neue Richtung. In der Philosophischen Beratung bringen die Gäste der Philosophischen Praxis ihre Denkweisen, Emotionen, Werte, handlungsleitenden Überzeugungen und Glaubenssätze - ihre “Lebensphilosophie” - zur Sprache und verändern sie, wo sie nicht tragfähig und lebensdienlich erscheint. In diesem Sinne verstand Sokrates seine Kunst der Gesprächsführung als “Maieutik”, als Hebammenkunst, indem er durch geschicktes Fragen und die “innere Konsultation” des “Daimonions” (als eine jedem Menschen innewohnende “göttliche” Stimme) seinen Gesprächspartnern half, ihre Gedanken zu gebären und zu einem neuen Verständnis ihrer selbst und der Welt zu kommen.
Der Philosoph Friedrich Nietzsche beschreibt diesen Verdichtungsvorgang später lapidar: „Der Eine sucht einen Geburtshelfer für seine Gedanken, der Andere einen, dem er helfen kann: So entsteht ein gutes Gespräch.”
Häufig gestellte Fragen
Das Angebot der Philosophischen Praxis spricht mich an, aber ich bin unsicher, ob ich Kontakt aufnehmen soll, da ich bisher wenige oder keine Texte von Philosophinnen oder Philosophen gelesen habe.
Für den Besuch der Philosophischen Praxis bedarf es keiner spezifischen Vorbildung. Alles Weitere besprechen wir gerne im kostenlosen Erstgespräch.
Was muss ich mitbringen für ein Beratungsgespräch in der Philosophischen Praxis?
Die Offenheit für ein Gespräch. Inhalt des Gesprächs sind Ihre Anliegen und Fragen, nicht die klassischen Texte und Gegenstände der Philosophie-, Literatur- oder Kunstgeschichte. Letztere bilden für uns - neben vielen weiteren Bildungserfahrungen - lediglich eine Hintergrundfolie unserer Arbeit.
Ist eine Abrechnung mit der Krankenkasse möglich?
Eine Abrechnung mit der Krankenkasse ist leider nicht möglich.
Was unterscheidet die Philosophische Praxis von Psychotherapie oder konfessioneller Seelsorge?
Philosophische Praxis ist “keine alternative Psychotherapie, sondern eine Alternative zur Psychotherapie” (Gerd Achenbach). Philosophische Praxis nimmt “ihr Gegenüber auf ganz besondere Weise wahr und ernst: Der Gast wird nicht theoriegeleitet – d. h. schematisch – eingeordnet, also nicht als “Fall einer Regel” verstanden, auch nicht vorschnell pathologisiert, sondern als der einzige, der er ist gesehen. Kein festgelegter “Maßstab” befindet über ihn (auch nicht der einer vermeintlichen Gesundheit und Normalität), sondern die Frage ist, ob er sich selbst angemessen lebt – mit Nietzsches berühmt gewordenem Wort: ob er wurde, der er ist.” (Webseite der IGPP, Was ist Philosophische Praxis?)
Soweit es im konkreten Fall dennoch sinnvoll oder notwendig erscheint, psychotherapeutische oder ärztliche Fachkompetenz einzubeziehen, verfügen wir selbstverständlich über umfangreiche kollegiale Kooperationsverbindungen.